Munn-Bach

Die ersten Touren führten uns entlang des Munn-Baches und ans Ufer des Felsensees. Das war ein leichter Spaziergang, da wir auf der gleichen Höhe blieben. Die wohl schönste Blume der Gegend ist um diese Zeit, wenn der Schnee gerade geschmolzen ist, Calypso bulbosa. Es ist eine wirklich einzigartige Pflanze im wahrsten Sinne des Wortes, denn es gibt nur diese eine Art auf der Welt. Der deutsche Name ist Norne, recht eigenartig. Der englische Name "Fairy Slipper", Märchenschuh, ist uns da schon viel geläufiger und erinnert uns an Frauenschuh. Die Norne ist in subarktischen Gebieten rund um den Globus heimisch. In Europa zählt sie zu den größten Orchideen-Raritäten und steht unter strengstem Schutz. In den Wäldern am Ufer des Felsensees gab es noch viele andere Orchideen, die aber alle recht unscheinbar waren.


Munn- Bach

 
Calypso bulbosa


Corallorhiza trifida


Coeloglossum viride ssp. bracteatum

Castilleja miniata,
der Rote Indianerpinsel ist vielleicht die bekannteste Blume in den Rocky Mountains. Sie blüht den ganzen Sommer über sehr zahlreich an offenen Stellen. Bei verschiedenen Reisen in Kanada sah ich auch zwei gelbe Indianerpinsel, C. caudata und C. lutescens. Es soll rund 200, teilweise sehr variable und schwer voneinander abzugrenzende Arten geben. Hier nun fanden wir einen rosa Indianerpinsel. Im Handbuch der Kanadischen Rockies von Ben Gadd (1995) heißt es, das die Indianerpinsel bastardieren und interessante Hybriden mit rötlich gestreiften gelben Brakteen, blassrosa Farben u. s. w. hervorbringen können.
Man stelle sich ein Beet mit roten, rosa und verschieden gelben Indianerpinseln in unseren Gärten vor. Doch leider wird zunächst nichts daraus. Die Indianerpinsel sind Halbschmarotzer, die mit den Wurzeln auf verschiedenen anderen Pflanzen parasitieren. In der Zeitschrift "Native Plants Journal" 6:254-262 von 2005 schreibt David Nelson, dass der Indianerpinsel auch in amerikanischen Gärten sehr selten ist, da es Unklarheiten über den Wirt und die Wachstumsbedingungen gibt. Eine Paarung zwischen verschiedenen Bartfadenarten (Penstemon) und dem Indianerpinsel soll jedoch erfolgreich gewesen sein. Die Anzucht ist aber trotzdem noch sehr kompliziert, es sei denn man nutzt die "sow and pray method", d. h. aussäen und beten. Es gibt auch heute noch eine spannende Zukunft für den Wildstaudengarten.


Castilleja miniata


Castilleja miniata


Castilleja lutescens

Die Akeleien (Aquilegia species) sind schon sehr lange in unseren Gärten zu finden und auch völlig problemlos zu halten. Es gibt viele verschiedene Arten und Varietäten in der Natur, so dass ich meine, dass die manchmal recht kuriosen Züchtungsformen entbehrlich sind. Die rote (Aquilegia formosa) fand ich weiter nördlich im Yukon.


Aquilegia flavescens
oberhalb der Baumgrenze


Aquilegia brevistyla


Aquilegia formosa
am Summit Lake, Yukon

Felsen-See