Shenandoah Nationalpark

Der Shenandoah Nationalpark liegt nur 2 Autostunden von Washington entfernt. Man kann also gut eine Städtetour mit einem Naturerlebnis verbinden.  Auf dem Bergrücken der östlichen Appalachen, höchste Erhebung ist 1200 m, verläuft der 170 km lange Skyline Drive mit zahlreichen Aussichtspunkten. Hier fahren keine LKW und die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 30 und 50 km/h. Wir konnten zahlreiche Tiere, auch Bären, sehen.




Der Weißwedelhirsch oder Virginia-Hirsch (Odocoileus virginianus) kommt hier sehr häufig vor und ist auch sehr zutraulich.


Die Indianernessel (Monarda fistulosa) und der Schwarze Schwalbenschwanz (Papilio polyxenes) waren die Ersten, die uns im Shenandoa Nationalpark begrüßten und beide haben uns die ganze Reise begleitet.


Am Waldrand bildete die Indianernessel oft riesige Bestände, durchsetzt von der ebenfalls sehr häufigen Goldrute und der Seidenpflanze.


Man konnte sehr deutlich die natürlichen Farbvarianten sehen, aus denen die Staudenzüchter so viele Farbsorten der Indianernessel gekreuzt und ausgelesen haben.


Schon im Juli blühende Sonnenblumen (Helianthus species) bedeckten große Flächen am Skyline Drive. Ich wage es nicht diese Sonnenblume zu bestimmen. Es soll ungefähr 100 Sonnenblumenarten in Nordamerika geben. Dazu kommen noch zahlreiche Arten, deren Blüten wie Sonnenblumen aussehen, z. B. das Sonnenauge (Heliopsis), in den USA auch false sunflower, Falsche Sonnenblume, genannt.


Auffallend war die Kleinblütigkeit dieser Sonnenblumen.


Diese Sonnenblume war eher zitronengelb mit braunen Stängeln und etwa 8 Zungenblüten. Sie ist über mannshoch.


Diese wuchs eher im Schatten hoher Bäume und hatte keine braunen Stängel und bis zu 14 Zungenblüten. Diese Vielfalt der Sonnenblumen und ihre frühe Blütezeit im Juli hat mich angeregt das Sortiment der in unseren Staudengärtnereien verfügbaren Sonnenblumen zu testen.


Neben den Indianernesseln, Seidenpflanzen und Sonnenblumen gab es eine weitere sehr häufige und vor allem vielgestaltige Staude in Virginia, den Wasserdost (Eupatorium). Hier gut mit Wasser versorgt der Rote Wasserdost (Eupatorium purpureum) mit einer Höhe von fast 4 Metern, wie man gut erkennen kann. E. fistulosum und E. maculatum sind ihm sehr ähnlich, aber nur E. purpureum  erreicht diese Höhe. Die drei kommen auch in den gleichen feuchten Arealen des östlichen Nordamerikas vor.
Der Wasserdost wird zusammen mit Gelbem Kronbart (Verbesina alternifolia) und der Becherpflanze (Silphium perfoliatum) in Bayern für die Biogas-Produktion getestet.


Hier ein wesentlich kleineres Exemplar. Es könnte sich um den Gefleckten Wasserdost E. maculatum handeln. Diese Art unterscheidet sich von E. fistulosum durch die dunkel-purpurnen oder gefleckten Stängel.


Kaum aufgeblüht ist der Wasserdost, wie auch in unseren Gärten, ein Schmetterlingsmagnet.


Der Vollständigkeit halber soll hier noch der Runzelige Wasserdost (Eupatorium rugosum) gezeigt werden, der weiter südlich, z. B. auf den höchsten Bergen der Great Smoky Mountains, sehr zahlreich in den eher trockenen und schattigen Lagen der Wälder wächst.  Es gibt auch ein Synonym: Ageratina altissima mit einer var. roanensis, die mit Weiße Appalachen-Schlangenwurzel übersetzt werden kann.
Die in unseren Staudengärtnereien vertriebene Sorte 'Chocolate' wird auch als Braunblättriger Wasserdost bezeichnet. Die Wildart habe ich seit Jahren in meinem Garten und sie wächst sehr erfolgreich in Schatten und im Wurzeldruck.


Und noch ein vierter Wasserdost ist typisch für Virginia, der Durchwachsene Wasserdost (Eupatorium perfoliatum), der als Synonym auch als E. virginicum bezeichnet wird. Früher war die Pflanze eine der sowohl von Indianern, als auch von Siedlern  am meisten benutzten Arzneipflanzen. Deshalb auch die Bezeichnungen, Knochenheil, Fieberkraut, Indianerkraut u. a.


Hier in den Bergen kommt die Schlaffe Palmlilie (Yucca flaccida) vor. Leider war sie schon verblüht.


An felsigen Stellen sahen wir Sedum telephioides, eine Fetthenne, die schon im Juli blüht. Erstaunlich mit wie wenig Erde sie in den Felsenritzen auskommt.


Ähnlich bescheiden fristet die Kanadische Akelei (Aquilegia canadensis) ihr Dasein. Es sind nur die Blüten zu sehen, die Pflanze wird von anderen überwuchert. Gut zu wissen, das sie das aushält. Ich habe welche ausgesät und will sie im Frühjahr in meinem schattigen Gehölzsaum integrieren.


Die Schleier-Wolfsmilch (Euphorbia corrolata) hat ihren Namen wohl vom Schleierkraut geliehen. Wie eine weiße Wolke überzieht sie den Hang am Straßenrand. Sie ist auch in unseren Staudengärtnereien erhältlich. Soll eine lange Blütezeit haben und wurzelt ähnlich tief, wie das Schleierkraut.


Die Kermesbeere (Phytolacca americana) ist auf der ganzen Welt als Unkraut verschrien. Ich fand sie auch im Kuju Hochland, Japan und hatte sie auch mal im Garten.

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