AUGUST


Im August haben besonders die hohen Präriestauden rund um den Teich ihren Blühhöhepunkt, wie Wasserdost, Silberkerze, Sonnenblume, Scheinaster und Goldrute...


...sowie Mädesüß, Kandelaber-Ehrenpreis und Goldkolben.


Goldkolben sind die Wappenblumen des August. Es sind mächtige Stauden, die sehr alt werden können. Man findet sie selten in den Gärten, weil sie viel Feuchtigkeit brauchen. Das Ufer unseres natürlichen Teiches ist ein idealer Pflanzplatz.


Die Froschbeobachtungsbank am Teich


Glockenknöterich (vorn), weißer Wasserdost und Kamtschatka-Mädesüß im Abendlicht.


Im Präriegarten sind Roter und Gelber Sonnenhut, sowie zahlreiche Gräser bestimmend.


Die weißen Blüten der Präriekerze schwirren über der Pflanzung.


Hier übernimmt das Pazifische Schleierkraut den duftigen Eindruck.


Wenn relativ hohe Stauden am Wegrand stehen, hat man das Gefühl durch eine Wiese zu gehen.


Der August wird in Amerika auch als "Yellow Daisy Month" bezeichnet, und in der Tat, es ist der Monat der gelben Blüten von Sonnenblume, Sonnenbraut, Sonnenhut, Sonnenauge u. a.





Den trockenen Teil des Gartens beherrschen im August die niedrigeren Präriestauden: Rudbeckia, Echinacea, Helenium und Helianthus. Die Etagenerika (links im Bild), oder auch Gelenkblume genannt (Physostegia virginiana), sah im trocknen Juli 2010 sehr schlecht aus. Ich werde sie näher am Teich pflanzen.


Die Stauden-Sonnenblumen (Helianthus decapetalus 'Soleil d' Or') blühen sehr lange im Präriegarten. Auf einer USA-Reise (siehe Stauden in der Natur/Virginia) haben wir viele verschiedene Sonnenblumen entdeckt, die ich im Frühjahr in unseren Staudenbetrieben suchen werde.


Die "Wappenblumen" des Monats August in unserem Garten sind die Ligularien, auch Kreuzkraut, Greiskraut oder Goldkolben genannt. Es sind sehr stattliche und nicht zu übersehende Stauden. Nur feucht muss es sein und/oder schattig, sonst schlappen sie im Hochsommer. Ideale Pflanzen für den Sumpf-Garten. Die Sorten 'Weihenstephan' und 'The Rocket' (im Bild rechts) werden bei mir am Teichrand mehr als 2 m hoch. Ligularien sind ein Leckerbissen für die Schnecken. Besonders in den letzten "Schneckenjahren" war es furchtbar anzusehen, wenn man nichts unternimmt. Interessanterweise sind die Ligularia hessei bis zum Skelett abgefressen, während L. bockii, L. fischeri und die Hybriden 'Weihenstephan' und 'Rocket' kaum von Schnecken angefressen werden.


Etwas besonderes ist der schwefelgelbe Tungusische Goldkolben. Er wuchert mit knollenartigen Ausläufern und sollte in einem großen Kübel gepflanzt werden.


Kerzenligularien können durchaus auch in voller Sonne stehen, wie hier Ligularia x veitchiana. Allerdings ist der Teich nur 5 m entfernt und sie stehen gewissermaßen mit den Wurzeln im Wasser. Ligularia x veitchiana blüht als Letzte der Gattung Ligularia. Den Anfang machte L. palmatiloba bereits im Juli. Im Bild sieht man das Zusammenspiel von Gräsern und Blattschmuckstauden, das Karl Förster Harfe und Pauke nannte.
Die Schirm-Aster, Aster umbellatus, bringt eine weiße "Wolke" zu den roten und gelben "Wolken" von Wasserdost und Goldrute. Die Drei begleiten uns in den Herbst.


Erste Nebel können schon im August den Garten verzaubern.


Auch Spinnen weben bereits ihre Netze und leuchten im Tau. Auf dem Hochseil wird gleich eine Elfe tanzen. Die Samenstände, hier der Rittersporn, werden in unserem naturalistischen Garten nicht zurückgeschnitten. Getreu dem Motto von Piet Oudolf: "Auch der Tod gehört in die Pflanzung und Braun ist auch eine Farbe.


Im Schatten des Hauses wachsen Blattschmuckstauden, die aber bereits im Frühjahr blühen.


Zwei weitere große Helden am Gartenteich sind der Blutweiderich und der Rutenweiderich, treffend auch als Feuerkerzen bezeichnet. Beide sind nicht einfach zu unterscheiden. Ihre verholzten Stängel sind die Garantie dafür, dass sie bei Sturm nicht umfallen, ganz im Gegensatz zu den ebenso großen Ehrenpreis (Veronica longifolia), der auch als Blauweiderich bezeichnet wird und dem Gilbweiderich (Lysimachia punctata).

Palmblatt-Goldkolben  Ligularia palmatiloba
Auf der Wasseroberfläche blüht das schön himmelblaue Hechtkraut (Pontederia cordata). Im feuchten Bereich der Teichumgebung wachsen sehr viele monumentale Wildstauden, ein Pflegevorteil für einen großen Garten. Stellen Sie sich vor auf 1000 m² würden hier kleine Gebirgspflänzchen wachsen. Das wäre ohne Hilfe wohl kaum zu pflegen.


Abendlicht am Teich mit Kerzen-Goldkolben, Kerzen-Knöterich und den Kerzen des Blutweiderichs.


Das andere "Ufer" des Teichs mit den gleichen Pflanzen.


Die Seerosen müssen oft ausgedünnt werden, damit die Blätter schön auf der Wasserfläche liegen.


Die zinkgelben Blüten, links im Bild, gehören zu Senecio doria. Die Gattung Senecio habe ich erst jetzt nach 40 Jahren für meinen Garten entdeckt. Da fällt mir Foersters Spruch ein: "Für nur ein Leben ist der Garten zu groß."


Ende August ist der Auftritt der gelben Großstauden: Goldrute, Sonnenblume, Sonnenhut, Sonnenbraut und später Kerzen-Ligularien. Sie füllen das Gartengemälde zusammen mit dem Purpur-Wasserdost und den immer noch blühenden Blutweiderich.
Dieser Anblick fasziniert mich immer wieder. "Gartenbühne" oder "begehbares Gemälde" sind Begriffe, die nur andeuten, worin die Faszination besteht. Ich weiß es auch nicht sicher. Es ist wohl die Harmonie, die ein nach natürlichem Vorbild gestalteter Garten ausstrahlt.


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