Wildstauden im Taurus-Gebirge

Das eigentliche Ziel der Reise war es unsere Frühlingsblüher, Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse, Wildtulpen u. a., in ihrer Heimat zu besuchen. Doch leider waren wir zu früh, und außerdem hatte die Region Antalya nach Auskunft der Einheimischen seit 30 Jahren Ende Februar noch nie so tiefe Temperaturen. Nachts waren es in Antalya etwa 2°C und in den Bergen über 1000 m lag eine dicke Schneedecke.


Blick vom 2365 m hohen Tahtali auf den Beydaglari-Gebirgszug 50 km westlich von Antalya. Der Tahtali kann mit einer Seilbahn "erklommen" werden. Mit einer Länge von 4350 m zählt die Seilbahn zu den längsten der Welt.


Erstaunlich, wie warm es schon Ende Februar in 1000 m Höhe ist und was für steinerne Zeitzeugen und blühende Schätze uns da oben empfangen. Das Theater von Termessos im klassischen griechischen Stil ist noch gut erhalten. Die übrige Stadt ist im 3 Jh. n. Chr. von einem Erdbeben zerstört worden. Erst 1840 wurde Termessos unter Gestrüpp wiederentdeckt.
 

Den ersten und einzigen Krokus fand meine Frau Gabi am Wegesrand in den Ruinen von Termessos in etwa 1000 m Höhe. Finden Sie ihn auch? Er verbirgt sich ganz rechts im Bild zwischen den Steinen.


Es ist wahrscheinlich Crocus leichtlinii, syn. Crocus biflorus var. leichtlinii, eine seltene Art, der Biflorus-Gruppe, die nur im Südosten der Türkei an felsigen Plätzen in 900-1900 m Höhe vorkommt. Akan u. a., 2007, beschreiben die Art ausführlich in Ihrem Artikel.
Desweiteren kann man im Artikel auch lesen, dass die Gattung Crocus mit 80 Arten weltweit vertreten ist und hauptsächlich in der Mittelmeerregion  vorkommt. 63 Arten, einschließlich Subspecies und Variationen gibt es in der Türkei, davon sind 31 endemisch.


Anemone coronaria, die Kronen-Anemone fanden wir an der Karavanserei "Kargihan" in den Ausläufern des Taurus-Gebirges, sowohl auf der Wiese...


...als auch hoch oben auf der Mauer der  Karavanserei. Sie ist in der Türkei und im ganzen Mittelmeerraum weit verbreitet.


Die Art ist sehr variabel und kommt auch in Blau und anderen Farben vor.


Vor der Karavanserei blühte auch dieses winzig kleine und bis jetzt noch unbekannte Zwiebelgewächs, das kaum größer ist als ein Gänseblümchen.


Hier im Tuffstein hat sich eine Gagea species, der Gelbstern eingenistet. Es gibt 40 bis 60 Arten der Gattung Gelbstern, die sich ziemlich ähnlich sehen.


Eine ganz andere Vegetation fanden wir am Fuße des Taurus-Gebirges, am Kursunlu-Wasserfall.


Ganz überraschend gab es hier große Bestände von Arisarum vulgare, dem Gemeinen Krummstab, den ich zunächst für eine Arisaema-Art gehalten habe.  Er ist sehr klein, nur etwa 10 cm hoch, und grünlich bis bräunlich gefärbt und überall im Mittelmeergebiet verbreitet.


Teilweise waren die Blüten Ende Februar schon am Verwelken und die Blätter waren schon ausgetrieben.


Das könnte Symphytum anatolicum sein, allerdings wird eine Blütezeit ab April angegeben, und wir fanden sie bereits Ende Februar blühend im Schatten großer Felsblöcke am Kursunlu-Wasserfall.


Es gibt 40 Arten Symphytum und mehrere sind in der Region heimisch.